ATELIER

Das Fantastische zieht sich als roter Faden durch die Werke Jorge Ponces: sein hyperrealistischer Stil, sowohl in der Zeichnung als im Gemälde, vereinzelt die Phänomene der Welt, ordnet sie neu und resemantisiert sie so in neuen Kontexten. Dekontextualisiert werden so eindeutige Interpretationen von vornherein verunmöglicht.

 

Gleichzeitig ging es Ponce zunehmend um einen direkteren Ausdruck – den er in den Bildenden Künsten fand. Formal dominiert das Selbstporträt, oft in kuriosen Szenerien. Vereinzelte, dem Gesicht entrissene Augen schauen aus vielen seiner Leinwände als würde sich der Maler stets selbst reflektieren, das Ich spiegelt sich im Fantastischen.

 

 Die Erfahrung zwischen zwei geografischen, aber auch zwischen zwei sozialen Kontinenten zu leben steht oftmals in bizarrem Kontrast. Eine Entwicklung im gleichen Geist sind die Anleihen an die Popkultur: besonders die Zeichnungen erinnern an Comicszenen oder Graffiti, moderne Medien finden sich als organischer Bestandteil in diesen Werken wieder. Er bedient sich der Logik des Digitalen indem er Versatzstücke reflektiert. Gleichzeitig ist die Grenzüberschreitung der Genres Merkmal seiner Arbeiten – und als solche auch nicht ohne Weiteres in Traditionslinien einzuordnen. Die Beschäftigung mit dem virtuellen Diversen ist für Jorge Ponce nicht abgeschlossener Weg, andauernde Suche.

 

                   Dr. Miriam Oesterreich